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Montag, 14. Dezember 2009 14:58
Bildung braucht Freiräume
Kategorie: Aachen
Von: Paul Arns

 

"Bildung braucht Freiräume" lautet der Titel einer Stellungnahme der KJG-Diözesankonferenz zu den aktuellen Bildungsstreiks:

 

Die Diözesankonferenz der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) Aachen sieht in der Umsetzung des Bologna-Prozesses und der Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre eine hohe Gefährdung für den Ehrenamtsbereich.

 

Daher solidarisiert sie sich mit den SchülerInnen, Studierenden und Auszubildenden, welche gegen die Missstände in der bundesdeutschen und europäischen Bildungspolitik protestieren. Das Anliegen der KJG ist es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene darin zu bestärken, für ihre Interessen und Anliegen in Kirche und Gesellschaft einzutreten.

So fördert die KJG ihre Mitglieder dahingehend, sich aktiv für ihre Interessen einzusetzen und sich an den politischen und gesellschaftlichen Geschehnissen innerhalb und außerhalb des Verbands zu beteiligen.

 

Mit Sorge stellen wir fest, dass die Veränderungen im Bildungssystem sich sowohl auf die Lebenswelt unserer Mitglieder als auch auf die konkrete Verbandsarbeit (wie z.B. Gruppenstunden, Veranstaltungen auf regionaler und diözesaner Ebene) negativ auswirken. Seit der Umstellung der ehemaligen Diplom-/ Magisterstudiengänge auf Bachelor- und Masterstudiengänge klagen viele Studierende über eine deutliche inhaltliche Überfrachtung der Studiengänge sowie über eine geringe Möglichkeit der selbständigen Gestaltung ihrer Ausbildung.

 

Durch längere Präsenzzeiten an Fachhochschulen und Universitäten haben unsere Mitglieder kaum mehr Möglichkeiten, sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich zu engagieren.

Leider gibt es bislang keine Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit von Studierenden in Form von sog. Credit Points oder durch Erlass der Studiengebühren.

 

Weitere Auswirkungen bringt die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Schuljahre für unsere jüngeren Mitglieder mit sich. Hier möchten wir besonders auf den gestiegenen Leistungsdruck und verkürzten Freizeitbereich hinweisen. Wir sehen die Gefahr, dass Lernen zu stark als formelles Lernen verstanden wird. Nach unserer Auffassung umfasst Bildung nicht nur den Wissenserwerb, sondern auch den Erwerb von Lebenskompetenz, welche auch über informelles und nicht-formelles Lernen vermittelt wird. Als einen solchen Ort versteht sich die KJG. Im Hinblick auf die informelle Bildung haben qualitative Studien ergeben, dass über diese besonders soziale und persönlichkeitsbildende Kompetenzen, wie z.B. Teamfähigkeit, Selbständigkeit etc. erworben werden.

 

 

Somit ist die informelle Bildung eine wichtige Voraussetzung für die formelle und nicht-formelle Bildung.

 

Abschließend fordern wir

· Mitbestimmung der Studierenden an der Gestaltung der Studieninhalte, - strukturen und –bedingungen,

 

· eine angemessene Anerkennung im Rahmen des Studiums von ehrenamtlichem Engagement,

 

· Raum zur Entfaltung von Kindern und Jugendlichen ohne Leistungsdruck (Freizeitbereich), denn Bildung ist mehr als Schule,

 

· die Förderung von informellem und nicht-formellem Lernen als Grundlage jeglicher Bildung,

 

· Durchführung des Bologna-Prozesses auf allen Ebenen, um Studienplatzwechsel national und international zu ermöglichen,

 

· Gleiche Bildungschancen für alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ihren finanziellen Mitteln!

 

KJG-Diözesankonferenz, Aachen im November 2009

 




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